Kompetenzmanagement

Eine trennscharfe Unterscheidung der verbreiteten Begriffe „Skillmanagement“ und „Kompetenzmanagement“ ist in der Literatur nicht auszumachen [Tenberg, Hess (2005)]. Im Gegenteil: eine Durchmischung der beiden Begriffe ist Alltag und oft wird eine synonyme Verwendung – auch in der wissenschaftlichen Literatur – deutlich. Vielfach werden auch noch andere Begriffe wie z.B. der des „Wissensmanagement“ und der der „Kompetenzanalyse“ genannt [Erpenbeck, Rosenstiel (2003)] was zu einer weiteren Begriffsverwirrung beiträgt. Wunderer und Bruch schreiben dazu: „Kompetenzen lassen sich nur schwer exakt definieren, analysieren und operationalisieren. Sie sind mit einer Offenheit oder Interpretationsfähigkeit verbunden, die leicht in Unverbindlichkeit oder Vagheit münden kann“ [Wunderer, Bruch (2000)]. Es gibt auch neutrale Positionen wie die von Weiß, der für ein Nebeneinander der verschiedenen Begriffsverwendungen plädiert, da „(…) die Bewertung und Erfassung von Kompetenzen, (…) unterschiedliche Interessen und Ziele widerspiegelt. Insofern kann es weder einheitliche Verfahren noch einheitliche Bewertungen geben“ [Weiß (1999)]. Diese Haltung von Weiß entspricht auch dem aktuellen Forschungsstand. Sie ist jedoch nicht sonderlich befriedigend. Aus diesem Grund soll in dieser Arbeit der Versuch unternommen werden, die Begriffe stärker voneinander abzugrenzen um zu einer Arbeitsdefinition des Begriffes „Kompetenzmanagement“ zu kommen.

Ein Unterschied zwischen den Begriffen besteht im Wesentlichen in der Perspektive der Anwendung der Begriffe. Zu den Aufgaben des „Skillmanagement“ gehört die planvolle Ermittlung bereits vorhandener Kompetenzen, die planvolle Entwicklung fehlender Kompetenzen, sowie deren rechtzeitige Bereitstellung [Zobel (2003)]. Hauptziel des „Skillmanagement“ ist es den richtigen Mitarbeiter zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben [Pieler, Schuh (2003)]. Nach Faix ist Skillmanagement das „(…) Management von menschlichen Fähigkeiten […] in Organisationen und Unternehmungen. [Faix et al. (1999)]
Aus den oben ausgeführten Definitionsversuchen lässt sich erkennen, das der Begriff des Skillmanagement überwiegend in Zusammenhang mit einer operativen Umsetzung genannt wird.

Im Gegensatz dazu steht der Begriff des Kompetenzmanagement häufig in Zusammenhang mit strategischen Überlegungen bzgl. der Entwicklung von Unternehmenskompetenzen [Berio, Harzallah (2005)]. Kompetenzmanagement weist weiter eine enge Affinität zum Begriff des Wissensmanagement auf, vor allem in Bezug auf die auch in der Definition des Wissensmanagements angeführte Ganzheitlichkeit des Ansatzes. Nach Zobel geht Wissensmanagement direkt auf die Unternehmensstrategie zurück. Dabei wird aus den definierten Wissenszielen der Unternehmung versucht konkrete Handlungen in der operativen Umsetzung (Skillmanagement) abzuleiten [Zobel (2003)]. Darum definieren wir den Begriff des Kompetenzmanagement für die weitere Verwendung in dieser Arbeit wie folgt:

„Kompetenzmanagement hat die Aufgabe, Mitarbeiterkompetenzen zu beschreiben, sie transparent zu machen sowie den Transfer, die Nutzung und Entwicklung der Kompetenzen hinsichtlich strategischer Unternehmensziele sicherzustellen. Kompetenzmanagement umfasst dabei sowohl die Sichtweise des Unternehmens (strategische Ausrichtung), als auch die Sichtweise des Mitarbeiters (persönliche Ziele).“

Abbildung 1: Verbindung unterschiedlicher Ebenen im Kompetenzmanagement
Quelle: leicht verändert nach Reinhardt (2004)

Im Vergleich zum angeführten Begriff des Skillmanagements halten wir fest: Kompetenzmanagement hat einen überwiegend analytisch-deskriptiven Charakter. Skillmanagement bezieht sich weitgehend auf empirisch-operative Aspekte, also auf die auch in der Definition des Begriffs Kompetenzmanagement genannte systematische Beschreibung, den Transfer, die Nutzung und Entwicklung von Kompetenzen. Diese Darstellung begründet keinen Widerspruch zwischen den Begriffen. Zur weiteren Erörterung ist allerdings noch die zeitliche Abhängigkeit der beiden Begriffe zu betrachten. In einer integrativen Betrachtung sind beide Begriffe miteinander chronologisch verkettet: Skillmanagement mit seinem operativen Charakter erfolgt aus meiner Sicht zeitlich erst nach dem Kompetenzmanagement.

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