Die Aufgaben des Kompetenzmanagements liegen klar definiert in zwei Aufgabenfeldern des Personalmanagements: dem Personaleinsatz und der Personalentwicklung. Die einzelnen Anwendungsszenarien, sind jedoch meistens Mischungen aus den beiden Aufgabenfeldern. Im folgenden werden die wichtigsten Anwendungsszenarien aufgelistet:
- (Strategische) Personalstandsanalyse: Kompetenzmanagement soll eine Übersicht über zukünftige Personalbedarfe ermöglichen. Es findet hier ein Abgleich zwischen den strategischen Zielen der Unternehmung und den vorhandenen Mitarbeiterkompetenzen statt. Auf diesem Weg erreicht man einen Überblick über mögliche Lücken bzw. Risiken, die man durch geeignete Personalbeschaffung oder Personalentwicklung schließen kann.
- Stellenbesetzungen: Ein klassisches Anwendungsszenario des Kompetenzmanagements ist die Besetzung vakanter Stellen mit Hilfe von automatisch generierten Kandidatenlisten. Vorraussetzung dazu ist einerseits eine Erfassung der Mitarbeiterkompetenzen und andererseits die Bewertung von Stellen über den Kompetenzkatalog. Sind diese Eingangsbedingungen erfüllt, dann lässt sich maschinell über geeignete Verfahren ein Abgleich berechnen. Das Szenario der Stellenbesetzung lässt sich auf alle Situationen anwenden in denen ein Mensch mit bestimmten Kompetenzen auf eine Stellen mit definierten Anforderungen zugeordnet werden soll. Dazu gehören zum Beispiel: Projektstellenbesetzungen [Biesalski, Abecker (2005)], unternehmensinterne sowie externe Stellenbesetzungen [Stader, Macintosh (1999); Aeschlimann (2004); Beck (2003)], sowie eine Nachfolgeplanung.
- Kompetenzsuche: In großen Organisationen ist es nahezu unmöglich ohne technische Unterstützung Mitarbeiter mit spezifischen Kenntnissen zu identifizieren. Aus diesem Grund setzen viele Unternehmen auf Verzeichnisse in denen Experten gelistet sind. Diese Expertenverzeichnisse, oft auch als „Gelbe Seiten“ (Yellow Pages) bezeichnet, leisten einen Beitrag um Kompetenzen transparent zu machen. Viele Unternehmen verzichten jedoch ganz bewusst auf den Einsatz solcher Verzeichnisse, da bei den verzeichneten Personen die Anfragehäufigkeit extrem zunehmen kann. Dies rührt daher, das vor allem sehr spezifische Kenntnisse, die nur wenige Mitarbeiter besitzen in diesen Verzeichnissen geführt werden.
- Bildungsplanung: Der Bereich der Bildungsplanung erweitert den reinen Abgleich zwischen Soll-Kompetenzen und Ist-Kompetenzen um die Überlegung eine evtl. vorhandene Lücke adäquat zu schließen, indem entsprechend vorhandene Bildungsangebote dazu herangezogen werden